Aktivieren: Körper, Impuls, Ereignis
Das Werk wird nicht sofort offenbart. Es entsteht.
Seine Aktivierung durch einen Schallimpuls bezieht den Körper des Besuchers mit ein. Diese einfache Geste – das Erzeugen eines Tons – verändert die Beziehung zum Objekt.
Die Aktivierung ist kein dekorativer interaktiver Effekt. Sie ist konstitutiv.
Ohne Aktivierung verbleibt das Werk im latenten Zustand. Mit Aktivierung wird es zum „Ereignis“. Die festgelegte Dauer von drei Minuten fungiert als zeitlicher Rahmen. Sie strukturiert die Erfahrung und schreibt eine nicht komprimierbare Zeitlichkeit vor.
Dieser zeitliche Rahmen erinnert daran, dass jede ästhetische Erfahrung situativ ist. Sie hat eine Dauer. Sie hat einen Anfang. Es hat ein Ende.
Die Aktivierung macht diese Dimension sichtbar – und hörbar.
Der Körper steht nicht außerhalb des Werks. Er ist dessen Auslöser.
Literaturverzeichnis
Bishop, Claire. *Artificial Hells*. 2012. Bourriaud, Nicolas. *Relationale Ästhetik*. 1998. Fischer-Lichte, Erika. *The Transformative Power of Performance*. 2008. Nancy, Jean-Luc. *Corpus*. 1992.